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Lenovo Ideapad S12 mit Ubuntu

Habe mir ein Lenovo Ideapad S12 (mit Intel Atom N270, GMA950, 160GB-Festplatte, 1GB Memory, 300,- Euro) zugelegt. Das mitgelieferte Windows-Betriebssystem soll nun sogleich gelöscht und Linux installiert werden, wobei ich als ehemaliger eingeschworener und hochzufriedener Debian-User mittlerweile seit einigen Jahren Ubuntu (welches ja auf Debian basiert) benutze.

Zuerst mal zum Rechner: Bin sehr begeistert von dem kleinen 12-Zöller. Hatte bisher ein 15″-Gerät mit 1400×1050-Auflösung, welches nach sechs Jahren Dienst leider verstarb. Habe mich für so einen kleinen entschieden, weil ich viel unterwegs bin. Die geringere Auflösung (1280×800)  macht sich aber nicht so sehr bemerkbar, wie man es rein rechnerisch erwarten könnte. Die Schrift im Browser läßt sich erstaunlich stark verkleinern und ist immer noch lesbar (und ich bekomme trotzdem noch recht gut ein xterm daneben positioniert). Vermute, daß dies mit der LED Backlight-Technologie zu tun hat. Das Bild ist jedenfalls gestochen scharf und sehr angenehm fürs Auge. Das Ideapad S12 hat zwar einen für Netbooks gedachten Atom-Prozessor verbaut (wenn auch einen von den besseren), dennoch benutze ich es als reguläres Notebook, und für normale Anwendungen (Browser, Textverarbeitung, Musik und Filme) ist es subjektiv empfunden genau so schnell wie mein altes Notebook, mit dem ich immer völlig zufrieden war.
Das Gerät ist sehr leicht und handlich, hat die Größe eines A4-Blattes und hat ein angenehm flaches Design (im Gegensatz zu den Asus Eee-PCs, die im hinteren Bereich recht dick werden). Der Akku hängt zwar auch als Wulst etwas hinten raus, find ich aber nicht störend. Die angezeigte Akkulaufzeit unter Linux im normalen Betrieb mit WLAN und reduzierter Helligkeit beträgt ca. 5 Stunden.
Einschränkungen: Der Hochglanzlack ist in der Tat etwas unerfreulich zumal jeder Tapser gespeichert wird, aber damit kann ich leben. Der nicht-entspiegelte Display ist natürlich auch suboptimal, aber auch das ist zumindest für Innenbetrieb kein Problem. Der Lüfter läuft ständig, was natürlich auch nicht perfekt ist, aber er ist sehr leise (leiser als zB beim Asus Eee-PC), und sobald ein paar Umgebungsgeräusche umher sind, hört man ihn gar nicht.

Nun zur Linux-Installation: Ubuntu bzw Kubuntu (9.10 karmic koala) lassen sich problemlos installieren. Einzige Unannehmlichkeit: WLAN funktioniert nicht auf Anhieb. Ubuntu weist in der Notification Area gleich auf das Hardwaretreiberprogramm hin; unter Kubuntu muß man selber draufkommen, daß man auf >System >Administration >HardwareDrivers gehen muß. Zwei Treiber sind im Angebot, B43 und STA, ich wählte letzteren, funktioniert problemlos, zum Aktivieren braucht man jedoch kurzfristig eine LAN-Kabelverbindung. Außerdem muß noch das Paket bcmwl-kernel-source installiert werden. (Ich habe davor noch in /etc/apt/sources.list die auskommentierten ‘backports’ repositories aktiviert und natürlich ein apt-get update ausgeführt, weiß aber nicht, ob das für die WLAN-Thematik wirklich nötig ist.)

Mousepad, Sound, Video (nach Installation der unfreien Codeces) sowie die integrierte Kamera (getestet mit VLC) funktionieren sofort, auch mein mobiler Internetstick (Huawei E169 bzw. ein Option-Globetrotter) ließ sich mit dem Netzwerkmanager sofort verwenden. Bluetooth habe ich bislang nicht benutzt, daher keine Aussage möglich. Suspend funktioniert tadellos, ebenso die diversen Funktionstasten (wie etwa Lautstärke und Helligkeit). Hibernate jedoch macht Probleme: Entweder fährt er gar nicht vollständig runter, oder er schaffts nicht mehr hoch.

Der von Lenovo integrierte Festplattenschutz, also die automatische Abschaltung bei Erschütterungen, funktioniert nicht out of the box, kann man unter Ubuntu aber an sich sehr einfach nachinstallieren (siehe Ubuntuusers). Bei mir trat jedoch ein Fehler auf (“Could not find a suitable interface”), hatte aber jetzt nicht die Zeit, mich darum zu kümmern; werde das nachholen und dann hier berichten.

Nachdem mir die vorinstallierte Quickstart-Option mit dem kleinen Linuxsystem sehr gut gefiel, hätte ich sie gerne behalten. Leider liegt Quickstart auf der Festplatte und nicht, wie zuerst erhofft, auf einem eigenen RAM am Motherboard. Entsprechend kann man es auch von Windows XP aus installieren. Das bedeutet natürlich, daß beim Löschen der Windows-Partition auch das Quickstart-Linux Splashtop unweigerlich gelöscht wird. Ich konnte bislang nicht ausfindig machen, wie die zweite Einschalttaste rechts, mit der man Quickstart startet, angesprochen werden kann. Denkbar wäre zu versuchen, Quickstart unter wine zu installieren…

Einstweilen offene Themen/Probleme sind also: Hibernate, Festplattenschutz, Quickstart. Bei Gelegenheit werde ich mich darum kümmern und dann hier berichten.


Weiteres zu Ubuntu am Ideapad S12: Details und Probleme, Persönliche Installation


Links:
thinkpad-forum S12 Festplattenwechsel, Laptopmag-Review, Notebookjournal Review, Tomshardware Review

Thinkpad-Forum, Lenovo-Support, DamnSmallLinux, TinyCoreLinux

tuxmobil.de, tuxmobil.org, repair4laptop.org


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Kategorien:Computer, Linux
  1. Andreas Geselbracht
    23. 03. 2010 um 11:22 | #1

    Eine Anmerkung zur Linux-Installation:
    Das partitionieren der Festplatte dauerte bei mir einige Stunden, also “mal eben” Linux aufspielen und Windows XP dabei behalten geht nicht !

    • Dr. Powidl
      24. 03. 2010 um 10:46 | #2

      Wenn man XP behalten möchte, ist es am einfachsten, Linux auf Stick oder externe Festplatte zu installieren. Letzteres hab ich ausprobiert, und die Geschwindigkeit war für mich völlig zufriedenstellend, ich stellte ad hoc eigentlich keinen merklichen Unterschied verglichen mit dem Start von der internen Festplatte fest. Eine bestehende Windows-Partition zu verkleinern, um eine neue Partition für Linux zu erhalten, habe ich bislang nicht gewagt.

  2. Nils
    24. 03. 2010 um 15:13 | #3

    Hallo,

    ich habe eben innerhalb von ner halben Stunde die XP-Partition meines S12 auf 20GB verkleinert. Funktionierte problemlos. Also nur Mut ;-)

    Das notwendige GParted ist auf der Ubuntu-Live-CD (bzw. dem entsprechenden USB-Stick) enthalten. Wie es geht, steht hier: http://wiki.ubuntuusers.de/GParted

  3. Nils
    26. 03. 2010 um 15:03 | #4

    Ich schon wieder.

    Dual Boot mit XP (brauche ich leider noch für Firmen-VPN) und Ubuntu geht hervorragend und da XP noch drauf ist, geht auch der Quickstart. Die Partition mit dem Namen LENOVO habe ich gelöscht, da waren nur Windoof Treiber drauf. Die Recovery-Partition habe ich mit GPARTED an die passende Stelle verschoben bzw. zu einer logischen Partition gemacht. So klemmt XP auf /dev/sda1 und die Recovery am Ende der Platte und dazwischen ist viel Platz für Ubuntu.

    Hardware funktioniert problemlos.

  1. 30. 03. 2010 um 12:05 | #1
  2. 10. 04. 2010 um 17:44 | #2

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